Autismus im öffentlichen Bild: zwischen „Genie“ und „sozial unfähig“

Wenn man über Autismus spricht, dann spricht man selten über Autismus selbst, sondern fast immer über die Bilder, die andere davon gezeichnet haben. Bilder, die von Filmfiguren stammen, von vereinfachten Medienberichten, von Schlagzeilen über seltsame Tech-Giganten oder über tragische „Einzelfälle“. Es sind Karikaturen, die im kollektiven Bewusstsein zu festen Umrissen geworden sind. Es gibt das Bild des hochbegabten Mathematikers, der komplexe Formeln löst, aber kein simples Gespräch über das Wetter führen kann. Oder es gibt das Bild des verschlossenen Kindes, das hospitalisierend in einer Ecke sitzt und keinerlei Kontakt zu anderen sucht, außer vielleicht auf gewalttätige Art. Zwischen diesen Polen schwankt das öffentliche Bild. Und genau darin liegt das Problem.