Der taktile Sinn

Der taktile Sinn ist ein etwas widersprüchlicher Gefährte. Für mich liegt hier zwischen Zuviel und Zuwenig nur ein schmaler Grat. Manche Berührungen überfordern und andere werden bewusst gesucht. Eine Umarmung kann zu viel sein, während das Gewicht einer Decke, der Druck eines Haustiers auf dem Schoß oder die Begrenzung einer Kapuze eher Trost spenden. Diese Ambivalenz prägt den Alltag stärker, als man es von außen vermuten würde. Sie bestimmt, wie Nähe erlebt, Kleidung gewählt oder Räume betreten werden.

Autismus und Schlaf: Warum er oft gestört ist und was helfen kann

Schlafen ist großartig. Es ist dieses unscheinbare Reich jenseits der Wachheit, in dem sich Körper und Geist erholen sollen.
Für viele Menschen im Spektrum scheint dies jedoch kein verlässlicher Ort der Ruhe, sondern gleicht eher einem fragilen Konstrukt, das nur allzu vorschnell ins Wanken gerät. Während einige Menschen die Nacht wie eine klare Linie zwischen zwei Tagen erleben, bleibt sie für andere oft eine brüchige, durchlässige Tür, die sich nicht selbstverständlich schließen lässt. Also vielleicht doch eher sowas wie ein Vorhang im Türsturz. Lose und irgendwie fadenscheinig.