Maskieren – das unsichtbare Schauspiel

Masking – ein anglisiertes Wort, das nüchtern klingt und doch eine existenzielle Schicht autistischen Lebens beschreibt. In einiger Fachliteratur wird das Maskieren auch als „Camouflage“ oder als Teil des „hochfunktionalen Autismus“ bezeichnet. Unabhängig davon, wie man es benennt, gemeint ist damit meist immer die Fähigkeit, den eigenen Ausdruck zu verbergen, zu überdecken, soweit umzuschreiben, damit er in eine Welt passt, die von anderen erbaut wurde.
Spät erkannt – was nun? Erste Schritte nach der Diagnose

Es gibt ein Gefühl, das viele kennen, lange bevor sie jemals das Wort „Autismus“ im Kontext zu sich selbst hören. Dieses leise, schwer zu fassende Anders sein. Es ist nicht immer grell und punktgenau benennbar, aber präsent wie ein subtiles Hintergrundrauschen.
In der Kindheit tauchen vielleicht erste Narrative auf, die aus Unwissenheit vom Umfeld das eigene Selbstbild prägen. Sätze wie „Stell dich nicht so an. Mach‘ nicht immer so ein Gesicht. Du bist viel zu sensibel. Sei nicht so still. Sei nicht so besserwisserisch. Lächel‘ doch mal. Du bist immer so schwierig. Freu‘ Dich mehr. Mach mit. Spiel‘ mit den anderen. Sei mal irgendwie anders, aber nicht so..“