Zwischen Nähe und Distanz

Es gibt vermutlich in jeder Partnerschaft eine Art unsichtbare Abstandshalter, die den Punkt definieren, an dem sich die beiden jeweiligen Tanzbereiche treffen. Linien, die Nähe ermöglichen und zugleich den nötigen Abstand markieren. Manchmal sind sie luftig-zart und manchmal schwer wie Mauern. Und oft verschieben sie sich unmerklich, von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde.

Nähe. Das ist diese Sehnsucht nach Geborgenheit, Vertrautheit, nach dem Gefühl, dass jemand da ist, eine Schulter zum Anlehnen und ein Herz zum Wärmen. Es ist der Moment, in dem man abends nebeneinander auf dem Sofa sitzt und der Tag endlich leiser wird. Das Bedürfnis, die eigene Verletzlichkeit in sicheren Händen zu wissen. Der vielbesagte Blick, der mehr ausspricht, als viele Worte es vermögen könnten. Und eine Hand, die die eigene im Dunkeln findet.