Der taktile Sinn

Der taktile Sinn ist ein etwas widersprüchlicher Gefährte. Für mich liegt hier zwischen Zuviel und Zuwenig nur ein schmaler Grat. Manche Berührungen überfordern und andere werden bewusst gesucht. Eine Umarmung kann zu viel sein, während das Gewicht einer Decke, der Druck eines Haustiers auf dem Schoß oder die Begrenzung einer Kapuze eher Trost spenden. Diese Ambivalenz prägt den Alltag stärker, als man es von außen vermuten würde. Sie bestimmt, wie Nähe erlebt, Kleidung gewählt oder Räume betreten werden.